CO₂-Preis 2026: Er beträgt 60 €/t – und warum du trotzdem 55–65 €/t liest
Wer 2026 nach dem CO₂-Preis sucht, stößt schnell auf widersprüchliche Angaben: Mal steht 60 €/t, mal ist von einem Preiskorridor von 55 bis 65 €/t die Rede. Die kurze Antwort vorab:
Der maßgebliche CO₂-Preis 2026 beträgt 60,00 €/t CO₂.
Die Zahl 55–65 €/t ist nicht falsch, beschreibt aber etwas anderes. Dieser Artikel erklärt, was hinter beiden Angaben steckt – und welche du heute Anwendung findet.

Warum viele Quellen im Internet falsch liegen
Der maßgebliche Zertifikatspreis von 60,00 €/t wurde erst Ende 2025 final festgelegt. Viele Artikel, Rechner und Berichte wurden davor veröffentlicht und nannten deshalb nur den ursprünglich geplanten Preiskorridor als Orientierung. Diese veralteten Quellen sind bis heute online – und sorgen für Verwirrung.
Merke: Wenn du einen Artikel zum CO₂-Preis 2026 liest, der nur die Spanne 55–65 €/t nennt und keinen festen Wert, ist er sehr wahrscheinlich veraltet.
Was legt der CO₂-Preis überhaupt fest?
Wenn in Deutschland von „CO₂-Preis” die Rede ist, geht es meist um den nationalen CO₂-Preis im Nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Dieser Preis betrifft vor allem die Bereiche Heizen und Tanken.
In der Regel kaufst du als Privatperson keine Zertifikate selbst. Dennoch spürst du den CO₂-Preis indirekt, weil Unternehmen (z. B. Energieversorger, Kraftstoffhändler) ihre Kosten für genau solche Zertifikate an dich weitergeben.
Die zwei Zahlen – und was sie jeweils bedeuten
Der maßgebliche Zertifikatspreis: 60,00 €/t
Dies ist die verbindliche Zahl für 2026. Sie wird dort verwendet, wo ein eindeutiger, fester Wert gebraucht wird – etwa für:
- Nebenkostenabrechnungen und die CO₂-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter
- Berechnungen von Preisbestandteilen bei Gas und Heizöl
- Offizielle Abrechnungen nach BEHG
Wenn jemand fragt „Wie hoch ist der CO₂-Preis 2026?” lautet die Antwort: 60 €/t.
Der Preiskorridor: 55–65 €/t
Der Korridor beschreibt den gesetzlich festgelegten Rahmen, innerhalb dessen sich der Preis bewegen darf. Er ist relevant für die Diskussion über die Preisbildung, nicht für konkrete Abrechnungen. Weil dieser Korridor lange die einzige öffentlich bekannte Größe war, haben viele Quellen ihn als Näherungswert verwendet – auch noch nachdem der Festpreis von 60 €/t Ende 2025 beschlossen wurde.
Wo du den CO₂-Preis im Alltag spürst
| Bereich | Auswirkung |
|---|---|
| Tanken | CO₂-Kosten sind im Kraftstoffpreis enthalten |
| Heizen mit Gas oder Öl | CO₂-Anteil in der Brennstoffrechnung |
| Mietwohnung | Aufteilung der CO₂-Kosten zwischen Mieter und Vermieter nach dem Stufenmodell |
| Fernwärme | Abhängig vom Erzeugungsmix des Anbieters |
BEHG/nEHS vs. EU-ETS/ETS2 – kurze Abgrenzung
Ein weiterer Grund für Verwirrung: Verschiedene Systeme werden oft vermischt.
- BEHG / nEHS → nationaler CO₂-Preis, relevant für Heizen & Tanken in Deutschland → 60 €/t in 2026
- EU-ETS → europäischer Emissionshandel für Industrie und Energiewirtschaft, separater Marktpreis
- ETS2 → neues EU-System, das ab 2027 schrittweise den nationalen CO₂-Preis ablöst
Wenn eine Quelle von EU-ETS oder ETS2 spricht, meint sie nicht den nationalen CO₂-Preis nach BEHG.
Fazit
Der CO₂-Preis 2026 beträgt 60 €/t CO₂ – das ist der maßgebliche Zertifikatspreis nach BEHG, der Ende 2025 festgelegt wurde. Der Preiskorridor von 55–65 €/t beschreibt lediglich den gesetzlichen Rahmen und ist für Abrechnungszwecke nicht relevant. Viele Quellen im Internet nennen nur die Spanne, weil sie vor der finalen Festlegung entstanden sind.
Kurz gesagt: 60 €/t ist die Zahl, mit der du 2026 rechnen kannst.