Checkliste fürs Wärmepumpen-Angebot: Diese Daten solltest du vorher im Haus sammeln
Du willst ein Angebot für eine Wärmepumpe einholen, bist aber unsicher, welche Infos du liefern musst und was Anbieter im Termin wirklich brauchen. Genau hier passieren teure Planungsfehler: Die Anlage wird zu groß oder zu klein, läuft ineffizient oder ist später am Aufstellort zu laut. In dieser Checkliste siehst du, welche Daten du vorab sammeln kannst, welche Fotos wirklich helfen und welche Fragen du im Termin stellen solltest. So kannst du Angebote besser vergleichen und senkst das Risiko, dass etwas Wichtiges übersehen wird.
Kurz zur Orientierung: So läuft der Weg zur Wärmepumpe meist ab
Damit du weißt, wofür du die Daten sammelst, hilft dieser grobe Ablauf:
- Planung und Datensammlung im Haus
- Angebot auf Basis von Heizlast, vorhandenen Heizflächen und baulichen Rahmenbedingungen
- Einbau der Wärmepumpe und Einbindung ins Heizsystem
- Inbetriebnahme und Einstellungen
- Optimierung im Betrieb, zum Beispiel Heizkurve und Warmwasserzeiten
Je besser Schritt 1 ist, desto seriöser und vergleichbarer werden die Angebote aus Schritt 2.
Checkliste: Diese Angaben machen Angebote vergleichbar
Verbrauchsdaten richtig vorbereiten für Heizung und Warmwasser
Sammle, wenn möglich, die letzten 2 bis 3 Jahresverbräuche.
- Gas: kWh pro Jahr oder m³ pro Jahr, plus Abrechnungszeitraum
- Heizöl: Liter pro Jahr, plus Lieferdaten und Lagerbestand grob
- Fernwärme: kWh pro Jahr
- Strom bei Nachtspeicher oder Wärmepumpe alt: kWh pro Jahr
Wichtig: Wenn Warmwasser über die Heizung läuft, ist der Verbrauch gemischt. Wenn du Warmwasser separat machst, notiere das ebenfalls.
Praktisch ist eine kleine Übersicht, die du dem Anbieter schicken kannst:
| Jahr | Energieträger | Verbrauch | Zeitraum | Warmwasser über Heizung |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | Gas | 18.500 kWh | 01.01. bis 31.12. | ja |
| 2024 | Gas | 17.900 kWh | 01.01. bis 31.12. | ja |
| 2025 | Gas | 16.800 kWh | 01.01. bis 31.12. | ja |
Praktischer Tipp: Wenn du zur Miete wohnst und gerade die Heizkostenabrechnung bzw. Energierechnung griffbereit hast, kannst du mit dem CO2Preisrechner prüfen, ob ein Anspruch auf Rückerstattung von CO₂-Kosten durch den Vermieter besteht und dir eine CO₂-Kostenabrechnung als PDF erstellen lassen.
Infos zum Gebäude, die für die Auslegung helfen
Du musst keine perfekten Bauunterlagen haben. Diese Punkte reichen oft für einen sauberen Start:
- Wohnfläche grob in m²
- Baujahr und größere Sanierungen, zum Beispiel Fenster, Dach, Fassade
- Anzahl Personen im Haushalt, weil das Warmwasser beeinflusst
- Keller vorhanden ja oder nein und ob Leitungen dort verlaufen
Heizflächen im Haus: Heizkörper oder Fußbodenheizung
Schreibe auf, was du hast:
- Heizkörper, Fußbodenheizung oder Mischung
- Bei Heizkörpern grob: Anzahl Räume, Größe der Heizkörper, idealerweise Fotos mit Maßband
- Bei Fußbodenheizung: Gibt es Raumthermostate, wie sind die Kreise verteilt, wenn du es weißt
Das ist wichtig, weil die Wärmepumpe am besten funktioniert, wenn die benötigte Vorlauftemperatur niedrig bleibt.
Vorlauftemperatur: Hinweise sammeln und dokumentieren
Viele Häuser haben am Heizkessel oder an der Regelung Anzeigen. Notiere dir an kalten Tagen:
- eingestellte Vorlauftemperatur oder Heizkurvenwerte, falls angezeigt
- ob einzelne Räume nur warm werden, wenn du die Temperatur stark hochdrehst
- typische Probleme wie „oben kalt, unten warm“ oder „Heizkörper gluckern“
Wenn du Hinweise auf hohe Vorlauftemperaturen findest, ist das kein K.-o.-Kriterium, aber es ist ein Warnsignal für die Planung. Genau dann muss genauer hingeschaut werden, ob Heizkörper angepasst werden sollten oder ob hydraulische Themen im System stecken.
Heizlast als Kernpunkt für die Dimensionierung
Für ein seriöses Angebot sollte die Heizlast eine Rolle spielen, weil davon die Dimensionierung der Wärmepumpe abhängt. Wenn noch keine Heizlastberechnung vorliegt, ist das kein Drama, aber du solltest im Termin klären:
- wie die Heizlast bestimmt wird
- welche Annahmen verwendet werden
- ob das Ergebnis dokumentiert wird
Hydraulik im Haus und hydraulischer Abgleich
Notiere, was du weißt, und mach Fotos:
- Gibt es einen Pufferspeicher oder nur einen Warmwasserspeicher
- Gibt es Mischergruppen, zum Beispiel für Fußbodenheizung
- Sind Thermostatventile an Heizkörpern modern oder sehr alt
- Wurde schon mal ein hydraulischer Abgleich gemacht, ja oder nein
Der hydraulische Abgleich ist ein häufiges Thema bei Wärmepumpen, weil er hilft, dass alle Heizflächen passend versorgt werden und die Anlage ruhig und effizient laufen kann.
Aufstellort und Schall: Das solltest du vorab prüfen
Der Aufstellort beeinflusst Kosten, Geräusch und Nachbarschaftsthemen. Sammle dazu:
- mögliche Plätze für das Außengerät, falls Luft Wasser Wärmepumpe geplant ist
- grobe Abstände zu Schlafzimmerfenstern, Terrasse und Nachbargrundstück
- was baulich im Weg ist, zum Beispiel Lichtschächte, Wege, Mülltonnenplatz
Schreib dir als Stichworte dazu auch Schallleistung und Schalldruck auf, damit du im Angebot gezielt nachfragen kannst. Für dich zählt am Ende, wie laut es am Ort ist, an dem jemand es hört, nicht nur ein Wert im Datenblatt.
Technikraum und Leitungswege im Haus
Damit der Anbieter den Aufwand abschätzen kann:
- wo steht heute die Heizung
- Platz im Technikraum, auch für mögliche Zusatzkomponenten
- wo gehen die Heizungsrohre lang und wie kommt man vom möglichen Aufstellort dort hin
- ob Wanddurchbrüche wahrscheinlich sind
Monoblock oder Split: Was du für das Angebot entscheiden musst und was nicht
Du musst nicht vorab alles festlegen. Hilfreich ist aber, wenn du im Termin klärst, welche Variante vorgesehen ist:
- Monoblock oder Split
- warum das zum Aufstellort und zu den Leitungswegen passt
Wichtig ist, dass die Variante zur Situation im Haus passt, nicht dass sie „grundsätzlich besser“ ist.
Warmwasser und Pufferspeicher: auf Planungsniveau vorab klären
Notiere:
- wie du Warmwasser heute machst
- ob du Badewanne, große Regendusche oder mehrere Bäder hast
- ob Warmwasser knapp wird oder gut reicht
Beim Pufferspeicher reicht für dich die Planungsebene: Wird einer vorgesehen, und wenn ja, wofür. Manche Konzepte kommen ohne großen Pufferspeicher aus, andere brauchen ihn eher. Das sollte im Angebot begründet sein.
Fotos und Skizzen: So bereitest du dich in 20 Minuten vor
Diese Bilder sparen im Termin viel Rätselraten:
- Foto vom aktuellen Wärmeerzeuger mit Typenschild, falls erreichbar
- Foto vom Bereich um die Heizung, einmal weitwinklig, einmal nah
- Foto von Speicher, Pumpen, Verteilern und sichtbaren Armaturen
- Foto von Heizkörpern in typischen Räumen, gern mit Maßband daneben
- Foto oder kurze Skizze vom möglichen Aufstellort außen
- Skizze der Leitungswege: von außen nach innen, wo Wanddurchbrüche möglich wären
Wenn du unsicher bist, mach lieber ein Foto mehr. Wichtig ist nur, dass du die Bilder kurz benennst, zum Beispiel „Keller Heizraum Gesamt“, „Außenwand West Aufstellort“.
Fragenkatalog für den Termin: Damit du nicht „zu wenig weißt“
Fragen zur Auslegung und zur Heizlast
- Wie wird die Heizlast ermittelt und bekomme ich das Ergebnis schriftlich
- Welche Leistung der Wärmepumpe wird vorgesehen und warum
- Mit welcher Vorlauftemperatur rechnet ihr bei Normbedingungen und im Alltag
Fragen zu Heizkörpern, Fußbodenheizung und Vorlauftemperatur
- Reicht mein Bestand aus Heizkörpern und Fußbodenheizung für niedrige Vorlauftemperaturen
- Welche Räume sind kritisch und was wären sinnvolle Maßnahmen, falls nötig
- Welche Einstellungen plant ihr nach Inbetriebnahme, damit es effizient läuft
Fragen zu hydraulischem Abgleich und Umbauten
- Ist ein hydraulischer Abgleich vorgesehen und was wird dabei konkret gemacht
- Müssen Ventile, Pumpen oder Verteiler angepasst werden
- Wie wird die Warmwasserbereitung eingebunden
Fragen zu Aufstellort und Schall
- Welcher Aufstellort ist geplant und warum
- Welche Schallleistung hat das Gerät und welche Schalldruckwerte erwartet ihr am Grundstück, an Fenstern oder an der Terrasse
- Welche Maßnahmen sind vorgesehen, falls es kritisch werden könnte, zum Beispiel anderer Standort oder Schallschutz
Fragen zum Angebot, damit du vergleichen kannst
- Welche Annahmen liegen dem Angebot zugrunde, vor allem Heizlast und Vorlauftemperatur
- Welche Leistungen sind enthalten, zum Beispiel Kernbohrungen, Kondensatführung, Elektroarbeiten
- Welche Punkte sind offen und müssen vor Auftrag geklärt werden
Plausibilitäts-Check: Aussagen, bei denen du nachhaken solltest
Du musst niemanden „ertappen“. Es geht nur darum, Lücken zu erkennen, bevor du unterschreibst. Hake besonders nach, wenn du so etwas hörst:
- „Heizlast brauchen wir nicht, wir nehmen einfach Größe X.“
Ohne Heizlast steigt das Risiko, dass die Anlage später ineffizient läuft oder nicht leise und stabil arbeitet. - „Vorlauftemperatur ist egal, das klappt immer.“
Gerade bei Heizkörpern ist die Vorlauftemperatur ein zentraler Punkt. - „Schall ist kein Thema, die sind alle leise.“
Entscheidend ist der Aufstellort und der Schalldruck am Hörort, nicht nur ein allgemeines Versprechen. - „Hydraulischer Abgleich ist bei euch nicht nötig.“
Das kann im Einzelfall stimmen, sollte dann aber nachvollziehbar begründet werden.
Wenn etwas nicht sauber erklärt wird, bitte um schriftliche Annahmen im Angebot. Das hilft dir beim Vergleich.
So machst du mehrere Angebote wirklich vergleichbar
Wenn du zwei oder drei Angebote einholst, achte darauf, dass du diese Punkte nebeneinander legen kannst:
- Heizlast und daraus abgeleitete Dimensionierung
- angenommene Vorlauftemperatur und Aussagen zu Heizkörpern oder Fußbodenheizung
- geplanter Aufstellort und Schallleistung plus erwarteter Schalldruck am relevanten Ort
- ob ein hydraulischer Abgleich vorgesehen ist
- Warmwasserlösung und ob ein Pufferspeicher eingeplant ist und warum
Wenn diese Kerndaten fehlen, sind die Preise oft nicht fair vergleichbar, weil im Hintergrund unterschiedlich geplant wurde.
Fazit
Mit Verbrauchsdaten, Hinweisen zur Vorlauftemperatur sowie Fotos von Technikraum, Heizflächen und Aufstellort gibst du dem Anbieter die Basis für ein seriöses Wärmepumpen-Angebot. Wenn Heizlast, Aufstellort und Schall sowie hydraulischer Abgleich im Angebot klar benannt sind, kannst du Angebote viel besser vergleichen und reduzierst das Risiko von teuren Fehlentscheidungen.